Emmeringer Leite im (Klima-)Wandel

30.09.26 – von Sabine Canditt –

 

Wie machen wir unseren Wald zukunftsfähig? Dieser Frage gingen am 28. September 17 Interessierte bei einem Spaziergang durch die Emmeringer Leite mit Revierförsterin Anita Ottmann nach.

Der trockene und heiße Sommer hat der Emmeringer Leite erstaunlich wenig zugesetzt. Trotzdem wird sich unser Wald verändern. Denn nicht alle Baumarten, die heute bei uns wachsen, kommen mit steigenden Temperaturen und längeren Trockenperioden zurecht. Besonders die Fichte, aber auch Lärche, Buche und Douglasie geraten zunehmend unter Druck. Besser angepasst sind beispielsweise Stieleiche, Kirsche, Feldahorn, Elsbeere und Robinie. Langfristig wird sich unsere Vegetation in Richtung dessen entwickeln, was wir heute etwa aus der Region um Mailand kennen.

Eine große Herausforderung für den Wald ist außerdem der Verbiss durch Rehwild und Hasen. Gerade junge Bäume der klimaangepassten Arten werden gerne gefressen. Sie können durch Verbissschutzmanschetten, Schutzgitter oder Zäune geschützt werden, was aber sehr teuer ist. Eine angepasste Wilddichte ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Wald. Auch damit die Naturverjüngung artenreich aufwachsen kann.

Bei der Neuanpflanzung gibt es einiges zu beachten: Das verfügbare Saatgut ist bei einigen Baumarten sehr unterschiedlich in der Qualität. Das macht sich dann auch bei der Qualität der Pflanzen bemerkbar. Die empfindlichen Feinwurzeln sollten möglichst wenig beschädigt werden. In den ersten Jahren investiert ein junger Baum seine Kraft vor allem in das Wurzelwachstum. Und idealerweise wächst er zunächst im Schutz und Schatten älterer Bäume auf.

Dabei gilt es, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen. Ein großer Teil des Waldes ist in Privatbesitz. Für die Waldbesitzer zählt neben der Ökologie deshalb auch die wirtschaftliche Nutzung – etwa die Qualität und Geradheit der Stämme.

Vielen Dank an Revierförsterin Anita Ottmann für die spannenden Einblicke!

Zum "Nachhören" gibt es eine Folge des Eichenau-Podcasts mit Frau Ottmann (Link)

 

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