Feuerwerk der Stadt Puchheim (2019)
Foto: Rainer Momann

Antrag: Zentrales Feurwerk zu Silvester

Der Antrag, für ein zentrales Feuerwerk an Silvester in Eichenau, im Wortlaut:


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,

wir bitten um Behandlung des nachfolgenden Antrages:

Der Gemeinderat diskutiert und beschließt über:
    1. die Möglichkeit eines zentralen Feuerwerks zum 31.12.2019
    2. Feuerwerksverbot in Eichenau (Ausnahme des zentralen Feuerwerks)
    3. die Ausbildung einer/s Feuerwehrfrau/-manns zur/m PyrotechnikerIn.

Begründung:


Am Silvesterabend wird erfahrungsgemäß gerade auch in Gemeinde Eichenau bis weit in die Nacht hinein ordentlich geknallt. Die wenigsten Bürger sind sich dabei bewusst, welche Konsequenzen dieses kurze Vergnügen hat. Viele Städte und Gemeinden in Deutschland folgen deshalb bereits seit längerem dem Verbot der Feuerwerke. In den Niederlanden hat es sich bereits für 56 Städte und Gemeinden seit 2015 „ausgeböllert“.

Mit der Böllerei wird die Umwelt wie an keinem anderen Tag des Jahres belastet:
     Rund 4.000 Tonnen Feinstaub setzte das Silvesterfeuerwerk im vergangenen Jahr nach Schätzungen des Umweltbundesamtes frei, das entspricht 15 Prozent der Menge, die Autos und Lkw im ganzen Jahr erzeugen! Selbst am Neujahrstag werden die EU-weiten Grenzwerte für Feinstaub noch weit überschritten. Experten warnen daher vor einer besonderen Gesundheitsbelastung in und nach der Silvesternacht, zumal im Vergleich zu anderen Feinstaub-Quellen wie dem Straßenverkehr beim Feuerwerk noch eine Vielzahl hochgiftiger Chemikalien hinzukommt.
     Neben der gefährlichen Luftverpestung hat das Spektakel aber noch weitere dramatische Folgen für Umwelt und Gesundheit. Während viele das Farbenspiel am Himmel bewundern, rieseln auf die Böden, Gewässer und Pflanzen große Mengen an Chemikalien nieder. Aus den Müllbergen am Neujahrsmorgen werden durch Schmelz- und Regenwasser weitere zusätzliche Chemikalien in den Boden gespült, die wiederum das Grundwasser verschmutzen.  
     Zudem bedeutet das Feuerwerk auch erheblichen Stress, etwa für Kleinkinder, Haustiere und Wildtiere.
     Außerdem landen jedes Jahr tausende Menschen mit Verletzungen durch Feuerwerkskörper in der Notaufnahme – mit Verbrennungen oder Augenverletzungen bis hin zu dauerhaften Hörschäden.  
     Auch die Herstellung der zum Großteil in Asien produzierten Feuerwerkskörper erfolgt unter äußerst bedenklichen sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Bedingungen.  

Um die Nachteile und Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, schlagen wir ein zentrales Feuerwerk an einem zentralen Ort in Eichenau vor. An allen anderen Ortsteilen in Eichenau ist das Verbrennen von Feuerwerkskörpern zu untersagen.

Es sind entsprechende Mittel für ein organisiertes Feuerwerk in den Haushalt 2019 (ggf. nachträglich) einzustellen. Zusätzlich wird eine Zusammenarbeit mit der Eichenauer Feuerwehr angestrebt, in Form einer Ausbildung für mindestens einer Feuerwehrkraft zu einer/m PyrotechnikerIn.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Barenthin,
Marion Behr,
Christine Ganzhorn und
Rike Schiele

Bild "ICONS:icon-pdf.png" Der Antrag als PDF